„Bei Teatox bin ich sehr optimistisch“
Stammgast bei Straubing-Renntagen ist Trainer Robert Gramüller. Im Interview hat er uns wieder alles Wissenswerte über seine Starter verraten – vor allem, wo sie nach krankheitsbedingter Pause stehen.

Unsere Pferde, die laufen werden, sind alle gesund. Natürlich haben die einiges an Arbeit ausgesetzt und werden diesmal nicht so sein, wie sie sonst sind, aber wir denken, dass sie nicht so viel verloren haben in der Zeit und haben jetzt wieder zwei-, dreimal alle trainieren können. Wir hoffen, dass sie alle eine gute Performance abliefern können. Die Saison geht los und wir wollen dabei sein, deshalb starten wir jetzt auch. Es ist vielleicht ein bisschen früh, aber wir schauen, wo wir stehen, und dann wissen wir Bescheid.
M Eck Gyver hat in vier Wochen sein erstes Zuchtrennen in Österreich und muss deshalb in Schwung kommen. Er ist ein ganz tolles Pferd, das momentan noch etwas groß und schlaksig daherkommt und noch nicht so fertig ist, wie er vielleicht zweijährig den Anschein gemacht hat. Wir haben mit Madison Square eine zweite Teilnehmerin, die wahrscheinlich rechtsrum schwer zu schlagen sein würde in dem Rennen, linksherum tut sie sich einen Tick schwerer. Das letzte Mal ist sie am Startwagen gescheitert; wenn sie da zu früh dort ist, kommt sie gegen die Kopfstange und reagiert da mit einem Fehler. Ich werde der Marisa so mit auf Reise geben, dass es hoffentlich diesmal nicht passiert. Wenn sie dann noch links um den Bogen kommt, wird sie auch ein gewichtiges Wort mitreden können. Ich sehe das Rennen als relativ leicht an. Der einzige echte Augenschmaus ist die Nummer 1 von Stefan Hiendlmeier, die stammt natürlich ab wie der liebe Gott. Die Quali war natürlich relativ nichtssagend, da ist bestimmt noch etwas passiert zwischen Quali und Rennen. Und so ist das meiner Meinung nach der Hauptgegner, aber wir werden uns nicht geschlagen geben. Wir haben zwei heiße Eisen im Feuer und hoffen, dass wir mit einem durchkommen.
Marie feiert ihr Comeback. Pearl Newport war auch leider sehr krank. Es sind Pferde drin, die gut sind. Sie ist nicht ganz so einfach, ist aber ein Klassepferd und kann bei passendem Rennen auch jeden schlagen, aber die Erwartungen sind nicht wie vor der Krankheit – schauen wir mal.
I am Jet ist unsere Hoffnung aufs Stutenderby in Italien. Sie hat den Anstart in guter Manier gewonnen. Die Quali war schon gut, letztes Mal war sie im Zuchtrennen auf dem Weg zum Sieg leider im Einlauf Galopp, wäre da definitiv unter den ersten Dreien gelandet. Nach Aussage des Fahrers hätte sie sogar gewonnen. Auch sie war danach sehr krank. Sie ist noch nicht ganz auf dem Posten, aber sie ist ein Klassepferd, und deshalb traue ich ihr alles zu. Aber bei zwölf Pferden muss schon alles passen. Ich würde sie auf gar keinem Fall auf jedem Schein auslassen.
Teatox blieb bis jetzt verschont von der Krankheit – toi toi toi. Er hat weiter trainiert, er hatte ein kleines Problem mit dem Hornspalt, aber das konnte der Hufschmied gut kompensieren. Das Rennen sieht sehr lösbar aus in meinen Augen; wenn er seine Klasse auf die Bahn bringt, bin ich überzeugt, dass er in der Wette ist – wahrscheinlich kann er sogar gewinnen. Da geh ich sehr optimistisch ins Rennen.
Sokrates war ganz schlimm krank, hatte aber zuvor sensationell in Wien gewonnen. Mit der Leistung steht er natürlich über dem Feld, aber auch unsere Sissi ist sehr lange nicht mehr gefahren. Die Klasse hat sie, ich hoffe, dass ihr die fehlende Routine nichts macht. Sie geht ganz ohne Druck ins Rennen, soll Spaß haben, soll dem Pferd ein schönes Rennen geben. Wenn Sokrates Sokrates ist, ist es auch egal, wie sie fährt, dann wird er am Schluss vorne sein, aber es geht um erster Linie darum, einen Start zu haben, dem Pfleger die richtige Achtung zu zeigen und in zweiter Linie zählt dann das Platzgeld. Natürlich würden wir in einem PMU-Rennen sehr gerne weit vorne landen, aber da wird keiner damit rechnen können, dass sie danach Probleme kriegt.
Vanessa ist seit Februar bei uns im Stall, ist schon eine tragende Säule im Team geworden und hat sich die Fahrt auch mehr als verdient. Under a Spell ist sehr flink auf den Beinen, hat in Italien schon tolle Leistungen gezeigt, auch gegen richtig gute Gegner. Die braucht sich vor keinem zu verstecken; sie fängt sehr schnell an, wird eine super Lage kriegen und ist für mich ein Bankpferd in der Dreierwette. Aber wie gesagt, Vanessa ist – glaube ich – sechs Jahre nicht mehr gefahren, und auch ihr werden wir da keinen Druck ausüben. Sie soll Spaß haben und dann schauen wir, wie weit es reicht. Ich finde es ganz toll, das sie jetzt alle mal fahren dürfen, weil es ist natürlich schwierig, es dem Besitzer zu erklären, wenn man einen Christoph Schwarz oder eine Marisa Bock draufsetzen kann, und warum da jetzt ein Pfleger fährt. Ich finde, das ist eine ganz tolle Sache – danke an Straubing, dass die sowas unterstützen.
Belina Times kommt aus der Pause. Sie war relativ weit vom Rennen her bis zu ihrer Krankheit, hat jetzt aber auch wieder ein paar Arbeiten gehabt und sollte wieder gut im Saft stehen. Vor der Pause hat sie nicht mehr so den Kampfgeist gezeigt – ich hoffe, dass sie jetzt zurück ist. Die Manier ist gut in der Arbeit und sie ist sehr einfach zu steuern und ich hoffe, es klappt. Dafna ist die Treue in Person, versteht sich prima mit ihrer Pflegerin, fängt sehr gut an, ich glaube, die ist auch sehr gut im Rennen und für die Mädels gilt das Gleiche: Die haben es wahnsinnig verdient. Da ist Victory Ares drin, wenn Justy mit ihm zurechtkommt, wird er über den Dingen stehen, aber er darf sich keinen Fehler erlauben, denn meine Mädels werden zur Stelle sein.



