„Orlando Paladino war letztes Mal entschuldigt“
Mit einer Armada an sehr spannenden Startern ist der Münchner Erfolgstrainer Robert Gramüller beim Ostersonntagsrenntag in Daglfing vertreten. Klar, dass wir da mal nachgefragt haben – wie immer bereitwillig hat uns der Chef des „Team Lila“ alles zu seinem Pferdeaufgebot verraten.
Teatox findet eine lösbare Aufgabe vor, wenn er die Form vom 19. März abliefert, dann sollte hier alles klappen und Ronja ihren nächsten Punkt holen. Dafna hat unterm Sattel vor einem halben Jahr anständig gearbeitet, aber sie ist nicht ganz so einfach wie im Sulky. Aber wir haben eine sehr talentierte junge Reiterin im Sattel und ich glaube, dass sie das gut hinbekommt. So sollte auch sie, so Gott will, in der Wette landen.
Xalina B muss natürlich in eine verdammt harte Schlacht mit ihren gerade mal vier Jahren – aber sie hat letztes Jahr 52.000 Euro gewonnen, die muss sie jetzt verteidigen. Wir müssen sie irgendwie in Schwung bekommen. Das ist nicht ganz so einfach, und drum muss sie jetzt in diese hammerharte Partie. Conny wird sie dementsprechend steuern, wird sich am Start vielleicht die Spitze sichern und dann im Idealfall einen anderen Kantonisten von uns vorbeilassen und wird dann innen mitfahren und versuchen, den Anschluss zu halten. Ich glaube, dass sie maximal Dritte werden kann, weil einfach die alten Pferde viel mehr Routine und viel mehr Können haben. Postillon ist glaube ich in Hochform, er ist verdammt stark, trifft aber natürlich mit Miss Red Lady eine ähnlich starke Konkurrentin mit 20 Meter Vorsprung – das wird nicht ganz einfach. Ich glaube, das wird ein hartes Duell. Uccellone ist auch noch nicht soweit. Er bekommt diesen Start, um langsam wieder ins Renngeschehen zu finden. Wie man der Starterliste entnehmen kann, war das Rennen auf der Kippe, und so haben wir Uccellone noch dazugetan, damit der Rennverein das Rennen abhält. Aber er ist bestimmt nicht auf 100 Prozent, eher bei 70 und sollte den zwei Favoriten hier kein Schnippchen schlagen können.
Mex Medusa sollte eigentlich auch nicht laufen, hat auch dem Rennverein zuliebe das Feld gefüllt. Sie wird jetzt einmal laufen und dann werden wir sie in Deutschland so schnell nicht mehr sehen. Der Situation im Sport geschuldet, muss hier eine Dreijährige gegen Ältere laufen – das glaube ich ist nicht Sinn der Sache. In Italien und Schweden wird sie gegen Ihresgleichen laufen. Sie wird hier ruhig eingesetzt, und ich glaube, dass sie in der Wette landen kann, aber nicht muss. Sie hat in zwei Wochen ein Rennen in Jägersro, und das wollen wir wahrnehmen. Da läuft sie gegen ihre Alterskollegen und auf das Rennen soll sie vorbereitet werden.
Billy Kimber trifft ziemlich starke Gegner, vor allem sehr gute Beginner – ich glaube, dass das ein Rennen wird, wo der Rennverlauf entscheidet. Augustiner und Magnum Stone fangen alle sehr gut an, Lambo Fortuna auch – ich weiß nicht, ob er so leicht in Führung kommt, aber er kann’s auch von hinten. Er ist vielleicht das beste Pferd, aber nur geringfügig besser als die anderen, und von daher kann auch der Rennverlauf entscheiden und er auf einmal Vierter sein, aber wenn er den passenden Rennverlauf hat, ist er für mich das beste Pferd.
Orlando Paladino ist letztes Mal über einen Sandhaufen, den die stehengebliebene Schleppe vorher verursacht hatte, gesprungen, hat sich da erschrocken, ihn angeschaut und ist in Galopp verfallen. Er ist absolut entschuldigt. Er ist sehr weit für das, dass es erst April ist. Ich glaube, dass er hier sehr gute Chancen haben und sich auch mit Renate blendend verstehen wird. Marilyn Boko kam letztes Mal leider nicht mit dem Fahrer zurecht. Conny wird ihr wieder das Rennen präsentieren, das sie haben will, und ist für mich ganz weit. Natürlich ist mit King des Ves ein Pferd drin, das läuferisch schwer zu schlagen ist, aber ich glaube, es ist kein Nachteil, dass Sepp nicht im Wagen ist, bei dem er natürlich außergewöhnliche Leistungen gezeigt hat. Auf das müssen wir hoffen: Wenn der Sepp ihn fahren würde, wäre er unschlagbar, aber wir hoffen, dass die Chance darin besteht, dass sein Trainer fehlt und wir so das Rennen irgendwie auf unsere Seite ziehen können. Neuf du Pape hat uns gefreut in Dänemark, er hat ein Rennen mit 40 Meter Zulage souverän gelöst. Er ist immer noch nicht ganz auf 100, er bekommt jetzt noch einmal einen Start und soll sich dann langsam Richtung Trabreiten in Deutschland aufmachen. Rupert Schwaiger ist ein routinierter Fahrer, der aber noch keine 25 Siege hat – so sind wir auf ihn gekommen. Er wird ihn im Speed einsetzen und ich glaube, dass die anderen Pferde, sollten sich die Fahrer nicht verfahren, einen Tick besser sind und er sich hier aufs fünfte Geld konzentrieren muss.

