„Ich stecke zurzeit im Formtief“
Wenn man kein Glück hat, kommt das Pech auch noch dazu. Dieses Sprichwort trifft zurzeit auf Jochen Holzschuh zu. Der Erfolgstrainer hat im Moment ein Formtief, wie er selbstkritisch sagt. Dennoch blickt er im Interview nach vorne.

Ich weiß es selbst nicht. Meine Pferde sind momentan nicht in Schuss. Sie sind frisch auf der Wiese. Und auf der letzten Überseite geht ihnen dann im Rennen das Gas aus. Ich arbeite ruhig, ich überdrehe sie nicht. Und auch wenn man sich immer Gedanken macht und mal was verändert, so mache ich doch nichts anderes als zu Zeiten, als der Erfolg da war. Man hat sein System, und das hat auch immer geklappt. Wir haben schon Blutbilder gemacht und alles Mögliche. Aber ich bin fest überzeugt, dass das alles bald wieder besser wird und dass es ein gutes Jahr wird. Ich habe auch sehr gute junge Pferde.
Ja, am liebsten würde ich sie gar nicht starten im Moment, damit sie nicht von der schlechten Stallform angesteckt wird. Nein, im Ernst, die letzten zwei Leistungen waren sehr stark. Ich möchte sie für das Stutenderby vorbereiten und halte sie für ein sehr gutes Pferd, die kann wirklich was. Wir wollen aber ruhig machen, sie ist noch ein wenig zu leicht und muss noch auslegen. Dennoch sehe ich sie in diesem Rennen ganz vorne, wenn sie sich nicht von den schlechten Leistungen der anderen anstecken lässt.
Es gibt nicht das hundertprozentige Rezept mit ihm, die Startphase zu überstehen, aber wir haben es zurzeit ganz gut im Griff. Zuletzt war ich wohl zu offensiv. Er packte an und schien gehen zu wollen und da habe ich ihn rausgenommen und wollte ihn lassen, aber leider wollte er dann wiederum nur 500 Meter gehen, und dann war die Luft raus. Wenn aber die Stallform wieder besser wird, dann wird auch er wieder vorne dabei sein.
Ich glaube, ich bin der Einzige, der noch glaubt, dass man das Pferd hinbekommt, aber sie ist sehr begrenzt. Von ihren Geschwistern wie Parisienne Blue und Gaia ist sie weit entfernt. Dennoch habe ich die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass ich sie doch noch hinkriege. Diesmal geht es aber nur um ein kleines Platzgeld.
Stepping Harry wurde komplett behindert, leider hat es die Rennleitung überhaupt nicht interessiert. Er hatte daran überhaupt keine Schuld. Manza Newport lag super, aber die Bahn ist in Gelsenkirchen im Einlauf eine Katastrophe, total mullig und voller Löcher, und da ist er Holger angesprungen. Er wäre weit gewesen. Diesmal sehe ich beide weit vorne, sie sollten beide unter den ersten Dreien zu finden sein.

