„Ich habe mit einem sehr guten Gefühl angefangen“
Was für ein Karrierestart: Sechsmal ist Lena Franzl bislang gefahren. Viermal hat sie gewonnen, zweimal war sie Zweiter. Die 20-jährige Lehrlingsfahrerin aus Bayern gilt als das kommende Talent des Trabrennsports. Im Wettstar-Interview hat sie uns verraten, wie sich diese Welle des Erfolgs für sie anfühlt, was sie noch alles vorhat und wie ihr Vater – der Erfolgstrainer Seppi Franzl – sie unterstützt.

Natürlich ist das wunderschön, wenn etwas so anfängt. Man kriegt einfach ein gutes Gefühl, wenn man so unkomplizierte Pferde fahren darf. Man lernt so vieles von solch guten Pferden und es ermutigt einen total.
Nein, überhaupt nicht. Ich hatte immer Respekt vor dem ersten Rennen, aber es ist dann echt cool geworden. Mit diesen Pferden fühlt man sich einfach megagut.
Das stimmt, ich bin schon im dritten Jahr meiner Ausbildung. Meinem Vater war es wichtig, dass die ersten Fahrten stimmen.
Ich war erst bei den Springpferden. Als ich mich zu einer Ausbildung mit Pferden entschlossen habe, wollte ich erst diesen Weg ausprobieren, habe aber gemerkt, dass mir das Springen als Hobby mehr Spaß macht. Als ich bei Papa die Richtung Trabrennfahrerin eingeschlagen habe, habe ich festgestellt, dass das genau mein Ding ist. Das macht mir unglaublich viel Freude.
Ich bin ja früher Ponyrennen gefahren, gleichzeitig aber auch immer geritten. Als ich vor zwei Jahren zu meinem Papa gegangen bin, bin ich die ersten Male schnell gefahren und es hat mir total gut gefallen.
Deshalb hatte ich auch zuerst etwas Respekt vor dem Rennenfahren, aber ich habe gelernt, es ist weniger die Kraft, sondern vielmehr die Technik, die man braucht, um ein Pferd zu halten.
Ja, es macht mich einfach wahnsinnig stolz und gibt mir total viel Rückenwind.
Ich würde sehr gerne irgendwann nach Schweden gehen, das wäre mein Traum. Den Sport in Schweden finde ich unglaublich toll. Am liebsten würde ich mal bei Daniel Redén reinschnuppern. Letztes Jahr haben wir im Rahmen des Elitloppets seine Anlage angeschaut und ich war total begeistert.
Ich will weiterhin Rennen fahren und Routine sammeln. Auch in Zukunft soll ich regelmäßig Fahrten bekommen. Die Besitzer stehen absolut dahinter; das ist großartig und absolut keine Selbstverständlichkeit. Es sind tolle Pferde, die ich fahre, und absolut unkompliziert – das bedeutet, ich kann mich ganz auf mich selbst konzentrieren und weiter lernen.
Vor dem ersten Rennen war ich einige Tage davor richtig nervös, am Tag selbst dann gar nicht mehr. Und inzwischen habe ich das weitgehend abgelegt.
Es war richtig, richtig cool. George Gently Mo hat sich super angefühlt und es ganz einfach überlegen gemacht. Es war toll, dass alle dabei waren bei der Siegerehrung: Tom (ihr Lebensgefährte Tom Karten, Anm. d. Red.) und mein Vater. Alle haben applaudiert und es war ein ganz besonderer Moment. Und dann konnte ich am gleichen Tag sogar nochmal gewinnen, das war einfach nur der Hammer.
Ja, es ist schwierig in Deutschland, es fehlt an vielen Enden. Jeder muss jetzt an sich arbeiten und anfangen, etwas zu ändern, dann können wir es vielleicht noch einmal drehen.
Ja, auf jeden Fall. Zumal wir eine wirklich super Anlage mit Top-Bedingungen haben.
Ja, genau, Tom und ich machen die Prüfung nächsten Monat zusammen. Und dann ist der Plan, dass wir beide das Ganze irgendwann zusammen übernehmen.
Ja, richtig. Er wechselt ebenfalls ins Profilager. Dann sollten wir richtig gut für die Zukunft aufgestellt werden.
Ich habe jetzt sechs Fahrten absolviert, aber natürlich träumt jeder in Deutschland vom Derbysieg. Ich war jedes Jahr beim Derby, seit ich klein war, und würde dieses Rennen natürlich wahnsinnig gerne einmal selbst gewinnen. Und natürlich würde ich – wie gesagt – auch gerne Rennen in Schweden für mich entscheiden.
Ich verfolge es nicht mit verbissenem Ehrgeiz. Deshalb fahre ich weiterhin ruhig meine Rennen und wenn es funktioniert, ist es schön.
Er ist schon sehr stolz auf mich. Von meinem Papa lerne ich natürlich unendlich viel, eigentlich alles, und ich habe ihm ganz, ganz viel zu verdanken.
(lacht) Also an der Geduld fehlt es ihm manchmal schon ein wenig. Aber er reißt sich dann schon zusammen, und ich könnte mir kein besseres Vorbild vorstellen!

