„Fas­ter than Usain soll­te auf alle Fäl­le in den Top-3 lan­den.“

Interview - Hast du'n Sieger?
Sonntag, 22. Februar 2026 – Wien-Krieau

Der 47-jährige gebürtige Wiener hat wie viele österreichische Profis seine Karriere bei den Amateuren begonnen und im Jahr 1999 die Prüfung abgelegt. 2002 wechselte er dann zu den Profis, musste dort auf Grund seiner Vorerfahrung als Amateur aber lediglich zwei Lehrjahre absolvieren. 2008 hat Thomas Pribil sogar die Trainerprüfung abgelegt, die Lizenz dafür jedoch nie „aktiviert“ bzw. eben keine Lizenz gelöst, was jedoch jederzeit möglich wäre. Aktuell hält er bei 289 Siegen in Profirennen in Österreich (hierbei nicht mitgezählt Siege in Trabreiten, Speedrace, Doppelsulky-Bewerbe oder im Ausland).

Neben seiner Tätigkeit bei den Trabern war er aber schon in jungen Jahren stets an Webdesign interessiert, und hat auch die eine oder andere Homepage der Rennvereine (Wien-Krieau, AROC, Welser Traberzucht- und Rennverein) „gebastelt“, ebenso wie sein hobbymäßiges Projekt die „Traberdatenbank“ (www.traberdatenbank.at), die also rein aus privaten Antrieb besteht. Da es ihn schon vor längerer Zeit der Liebe wegen nach Linz gezogen hat, ist er dort seit 2017 bei den Oberösterreichischen Nachrichten als Onlinetechniker tätig und betreibt den Trabrennsport daher eben nur als Berufsfahrer.

Mit seiner Lebensgefährtin Heidi Reichl und deren Mutter Karoline „Lini“ Reichl betreuen sie auch die eigenen gezüchteten Pferde Nahe Linz, und bereiten ihre Schützlinge von klein auf die Rennen vor, zum Schnellfahren nutzt man das Gelände von Trainer Gregor Krenmayr.

Hier die Einschätzung zu den „eigens“ trainieren Pferden Faster than Usain und Magic Thomsen R, sowie zu seinen Fahrten als Berufsfahrer Follow my Dreams, Cabalitto Volador und SJ’s Legacy

Thomas Pribil
Trabrennfahrer
Faster than Usain (1. Rennen) war heuer schon einmal in seiner Gewinnklasse unterwegs trifft es hier aber deutlich besser an. Wie stehen aus Deiner Sicht seine Chancen

Er fühlt sich in den „Freunde-Rennen“ (Anm.: Rennen für Privatfahrer, teilweise ehemalige Amateure wie es zum Beispiel Heidi Reichl ist) immer gut an und findet da deutlich passendere Aufgaben als in seiner Gewinnklasse vor. Heidi kommt mit ihm sehr gut zurecht, und daher sollte er auf alle Fälle in den Top-3 landen; für den Sieg ist es in diesen Rennen immer eine Frage des Rennverlaufes.

Wie konntet Ihr bei den teilweise schlechten Bedingungen im Winter trainieren

Die letzten zwei Wochen war gar kein Problem, davor immer wieder schwierig. Wir sind zweimal zu Gregor Krenmayr zum Schnellfahren gewesen, großartig viele Arbeiten benötigt Faster than Usain in seinem Alter aber sowieso nicht mehr, von dem her alles im Plan.

Sein Besitzer bzw. Trainer Rob Borghuis ist nicht mehr so aufs Fahren in den Rennen aus, daher sitzt Du wie auch schon die letzten Male in den Profibewerben hinter Follow my Dreams (2. Rennen) – was erwartest Du Dir

Er ist ein sehr treuer Patron, und in diesem Bewerb sollte er ähnlich wie in der Vorwoche abschneiden. Er ist startschnell, womit ich ein Rennen an der Innenkante bekommen kann; aber auch Power Mermaid und JS Tolstoy mit meinen Hauptkonkurrenten sind schnell auf den Beinen, ich werde sehen, was sich ergibt. Er kann, wenn der Rennverlauf dann passt, auch außen herum laufen. Unter den ersten Drei erwarte ich schon, das wir wieder sind; letzte Woche sind wir spät frei gekommen, da hat er noch ordentlich angepackt. Ist das wieder der Fall und früher eine Lücke vorhanden, schließe ich auch einen vollen Erfolg nicht ganz aus – aber er ist eher ein 2/3 Kandidat.

Cabalitto Volador (4. Rennen) hat sich die letzten beiden Starts nicht so schlecht verkauft, ist da sogar mehr möglich

Ich denke, die 1.600 Meter könnten ihm liegen. Man muss am Start bei ihm immer ein wenig vorsichtig sein, aber an sich ist er ein guter Beginner, und ich kann bald eine gute Lage finden. Da sind schon gute Pferde im Rennen mit Globemaster und Power The Great, daher reden wir sicherlich nicht von einen Sieg, aber ein Platzgeld ist auch mit Caballito Volador durchaus möglich.

Magic Thomsen R (woher dieser Name wohl abgeleitet ist – leichtes Schmunzeln) hat sich bei den letzten Starts wieder gesteigert gezeigt (8. Rennen). Wie ist mit ihm die Erwartungshaltung

So ehrlich muss man sein, er lebt von seinem guten Antritt womit wir mit der zweiten Startreihe nicht gut bedient sind. Er ist der Typ Dauerläufer und gibt immer sein Bestes und war wirklich stark die letzten Starts. Auf Grund doch zahlreicher sehr guter Gegner wären wir mit einem kleinen Geld schon zufrieden, das Rennen hier dient aber hauptsächlich dazu, um ihn in Schwung zu halten, ein anderes passenderes Rennen hat es leider nicht gegeben.

Mit SJ’s Legacy bist Du mit Ausnahme der Vorstellung in Wels, wo er allerdings auch nicht auf 100% war, immer gut zu recht gekommen. Was denkst Du, ist hier möglich

Er kommt aus einer Startpause und ist daher nicht so leicht einzuschätzen. Allerdings habe ich vor zwei Jahren ein Rennen nach Pause gewonnen, das war jedoch gegen andere Konkurrenz als heute, wo es doch gegen immens starke Gegner geht. Also vom Papier her würde ich sagen, es ist eine sehr schwere Aufgabe, wenn wir da ein kleines Geld mitnehmen, bin ich zufrieden. Jedoch ist er bisschen eine Wundertüte, denn beim zweiten Platz zu Victory Ares am 12.10. war er ganz stark; und wenn er so eine Leistung bringt, dann ist er durchaus auch hier ganz vorne zu finden. Ich gehe aber nach der Startpause von doch fast zwei Monaten und wegen der Gegner von einem kleinen Geldgewinn aus.

Alex Sokol, der österreichische Trabrennsport-Tausendsassa  Mehr...